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Russland-Experte warnt: Putin kann Krieg noch 18 Monate finanzieren.TA

Russland kann Krieg noch finanzieren: Wie lange reichen Putins finanzielle Reserven wirklich?

Wie lange kann Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine noch finanzieren? Im Dezember 2025 schätzte der Russland-Experte Alexander Gabuev, dass Moskau noch zwölf bis 18 Monate über ausreichende finanzielle Mittel verfüge. Knapp ein Jahr später zeigt sich ein differenzierteres Bild: Russlands Staatshaushalt gerät zunehmend unter Druck, doch ein unmittelbarer finanzieller Zusammenbruch ist nicht in Sicht. Neue Steuern, Kredite und zusätzliche Einnahmen könnten den Krieg noch länger finanzierbar machen.

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Alexander Gabuev: Moskau hat noch Geld für zwölf bis 18 Monate Krieg

Die Einschätzung stammt von Alexander Gabuev, Direktor des Carnegie Russia Eurasia Center. In einem Interview mit dem Handelsblatt vom 8. Dezember 2025 erklärte der Russland-Experte, dass Moskau nach seiner Einschätzung noch über genügend finanzielle Mittel verfüge, um den Krieg gegen die Ukraine weitere zwölf bis 18 Monate fortzusetzen.

Gabuev verwies dabei auf die russischen Haushaltseinnahmen, die Erträge aus dem Energiegeschäft und die verbleibenden finanziellen Reserven des Staates. Trotz internationaler Sanktionen und hoher Militärausgaben sei die russische Regierung weiterhin in der Lage, erhebliche Summen für den Krieg bereitzustellen.

Der Experte machte allerdings deutlich, dass sich dieser Zeitraum durch zusätzliche Sanktionen verkürzen ließe. Insbesondere weitere Beschränkungen gegen russische Öl- und Rohstoffunternehmen könnten die Einnahmen des Kremls reduzieren.

Seine damalige Einschätzung war jedoch keine feste Ablaufprognose. Sie beschrieb vielmehr, wie lange Russland unter den damaligen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen voraussichtlich handlungsfähig bleiben könnte.

Öl und Gas bleiben wichtige Einnahmequellen des Kremls

Eine zentrale Grundlage der russischen Kriegsfinanzierung sind weiterhin die Einnahmen aus dem Energiegeschäft. Obwohl westliche Sanktionen den Handel erschwert und bestimmte Exportwege eingeschränkt haben, verkauft Russland weiterhin große Mengen an Öl und anderen Rohstoffen auf internationalen Märkten.

Besonders wichtig sind dabei Abnehmer außerhalb Europas. Russland hat seine Handelsbeziehungen unter anderem mit China und Indien ausgebaut und versucht, westliche Beschränkungen durch alternative Transportwege und Handelsstrukturen zu umgehen.

Allerdings zeigen die aktuellen Zahlen, dass die Einnahmen nicht stabil bleiben. Nach Berechnungen von Reuters dürften die russischen Öl- und Gaseinnahmen im Oktober 2026 bei rund einer Billion Rubel liegen. Für die ersten zehn Monate des Jahres werden insgesamt etwa 6,45 Billionen Rubel erwartet – ein Rückgang von 14 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Damit wird deutlich, dass der Energiesektor zwar weiterhin erhebliche Einnahmen liefert, die russische Staatskasse aber zunehmend unter Druck steht.

Staatsreserven schrumpfen: Der finanzielle Spielraum wird kleiner

Ein weiteres Problem ist der Rückgang der verfügbaren Reserven. Der russische Nationale Wohlstandsfonds wurde ursprünglich auch dafür geschaffen, wirtschaftliche Krisen und sinkende Energieeinnahmen abzufedern.

Nach einer Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft sind die liquiden Mittel des Fonds von ursprünglich rund 6,5 Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts zu Kriegsbeginn auf etwa 1,8 Prozent im April 2026 zurückgegangen.

Gleichzeitig verschärfte sich die Haushaltssituation. Das russische Haushaltsdefizit erreichte bereits im ersten Quartal 2026 rund 4,6 Billionen Rubel und übertraf damit den ursprünglich geplanten Jahreswert von 3,8 Billionen Rubel.

Diese Entwicklung zeigt, dass die Finanzierung des Krieges immer stärker zulasten anderer wirtschaftlicher Bereiche geht. Investitionen in Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen und zivile Wirtschaftsprojekte geraten zunehmend in Konkurrenz zu den militärischen Ausgaben.

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Neue Steuern und zusätzliche Einnahmen: Putin sucht weitere Finanzierungswege

Die finanziellen Schwierigkeiten bedeuten nicht automatisch, dass Russland seine Militärausgaben kurzfristig einstellen muss. Der Kreml verfügt weiterhin über verschiedene Möglichkeiten, zusätzliche Mittel zu mobilisieren.

Dazu gehören höhere Steuern, zusätzliche Abgaben für Unternehmen, staatliche Kreditaufnahme und eine stärkere Belastung privater Vermögen. Die Regierung kann außerdem zivile Ausgaben reduzieren, um mehr Geld für militärische Zwecke bereitzustellen.

Ein aktueller Bericht der Associated Press vom Oktober 2026 beschreibt, wie Moskau nach neuen Einnahmequellen sucht. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Belastungen für Unternehmen, höhere Abgaben auf bestimmte Einkünfte und neue Gebühren auf ausgewählte Importe.

Nach Einschätzung von Analysten könnte Russland seine Kriegsfinanzierung deshalb noch über 2027 hinaus aufrechterhalten. Die Kosten dafür dürften jedoch zunehmend von Unternehmen und der Bevölkerung getragen werden.

Die wirtschaftliche Belastung wächst somit, ohne dass daraus zwangsläufig ein unmittelbarer Finanzierungsstopp folgt.

Sanktionen allein reichen möglicherweise nicht aus

Für westliche Regierungen stellt sich damit die Frage, wie der finanzielle Spielraum des Kremls weiter eingeschränkt werden kann. Alexander Gabuev hatte bereits im Dezember 2025 für eine Verschärfung der Sanktionen plädiert.

Dabei geht es nicht nur um große Energiekonzerne wie Rosneft und Lukoil. Auch kleinere Ölproduzenten, Rohstoffunternehmen und Finanzdienstleister könnten stärker ins Visier genommen werden.

Entscheidend ist allerdings nicht allein die Einführung neuer Sanktionen, sondern auch deren konsequente Durchsetzung. Solange Russland alternative Absatzmärkte findet und bestehende Beschränkungen umgehen kann, bleibt ein Teil seiner Einnahmequellen erhalten.

Eine Untersuchung des Kyiv School of Economics Institute vom 30. September 2026 kommt zu dem Schluss, dass Russland den Krieg bislang ohne eine akute Finanz- oder Bankenkrise finanzieren konnte. Gleichzeitig seien die wichtigsten Finanzierungskanäle weniger zuverlässig geworden. Besonders problematisch seien die sinkenden Reserven, das wachsende Haushaltsdefizit und die zunehmende Belastung des Finanzsystems.

Fazit: Russlands Kriegskasse wird knapper, aber nicht leer

Die Prognose von Alexander Gabuev aus dem Dezember 2025 bleibt ein wichtiger Ausgangspunkt für die Diskussion über Russlands wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass die Situation komplexer ist als eine einfache Berechnung der verbleibenden Kriegsmonate.

Sinkende Energieeinnahmen, schrumpfende Reserven und steigende Haushaltsdefizite setzen Moskau unter Druck. Gleichzeitig kann der Kreml durch neue Steuern, Kredite und Einsparungen weitere finanzielle Mittel mobilisieren.

Ein finanzieller Zusammenbruch Russlands lässt sich daher nicht verlässlich vorhersagen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie lange die russische Regierung bereit und in der Lage ist, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kosten des Krieges zu tragen. Für die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer bleibt die Begrenzung dieser Finanzierungsmöglichkeiten ein wichtiger Bestandteil ihrer langfristigen Strategie.

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