Mit einer beispiellosen verbalen Eskalation hat die AfD-Führungsspitze auf den Haushaltsentwurf 2027 der schwarz-roten Bundesregierung reagiert. In einer brisanten Pressekonferenz nutzten die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla die finanzpolitische Debatte für einen massiven Rundumschlag gegen die Koalition, die Rüstungsausgaben und insbesondere gegen den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz.TA
Zum Abschluss ließ Weidel zudem mit einer brisanten politischen Prognose zur Zukunft der Union aufhorchen, die das politische Beben im Vorfeld der kommenden September-Wahlen massiv anheizt.

Im Zentrum der harschen Kritik stand zunächst die Finanzpolitik. Alice Weidel bezeichnete den Etatentwurf für 2027 als „absoluten Horrorhaushalt“, der zu 40 Prozent durch Neuverschuldung finanziert sei. Sie skizzierte ein düsteres wirtschaftliches Szenario für Deutschland und prognostizierte, dass die Gesamtverschuldung des Bundes unter der aktuellen Regierung bis zum Jahr 2030 auf drei Billionen Euro anwachsen werde. Die drastisch steigenden Zinslasten, so Weidel, würden bis 2029 unweigerlich in einen immensen Immobilien-Crash münden.
In diesem Kontext zielte Weidel mit scharfen persönlichen Angriffen auf Friedrich Merz ab. Sie warf dem CDU-Chef vor, Politik nicht für die Bürger, sondern für Großinvestoren wie seinen früheren Arbeitgeber BlackRock zu machen. Ausländische Investoren stünden bereits bereit, um von dem von der AfD prognostizierten Zusammenbruch des deutschen Immobilienmarktes zu profitieren, während der Mittelstand in die Verarmung getrieben werde. Weidel warf der Regierung wörtlich vor, das Land mit „Vorsatz“ kaputt zu machen.

Tino Chrupalla flankierte diese wirtschaftlichen Warnungen mit einem radikalen Angriff auf die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik. Mit Blick auf den anstehenden NATO-Gipfel und die Aufstockung des Verteidigungsetats auf 124 Milliarden Euro sprach der AfD-Chef von einem „Rüstungsrausch“. Chrupalla forderte den sofortigen Stopp der Milliardenhilfen für die Ukraine und warf Verteidigungsminister Boris Pistorius und Friedrich Merz Kriegstreiberei vor. In einer drastischen Zuspitzung erklärte Chrupalla, man wolle die deutschen Kinder nicht in den „neuen Leichensäcken, die Pistorius schon bestellt hat“, von der NATO-Ostflanke zurückholen. Er forderte stattdessen, die Steuergelder für heimische Familien und die Industrie einzusetzen.
Die politische Sprengkraft: Weidels Prognose zur CDU
Die strategisch wohl wichtigste Aussage fiel jedoch fast beiläufig gegen Ende der Veranstaltung. Angesprochen auf die viel diskutierte „Brandmauer“ der Union zur AfD, legte sich Alice Weidel zeitlich und inhaltlich fest: Ab September – dem Monat wichtiger anstehender Wahlen – werde in der CDU „kein Stein mehr auf dem anderen stehen“.
Weidel prognostiziert eine offene Spaltung der Union. Nach ihrer Analyse werde der parteiinterne Riss künftig nicht mehr zwischen CDU und AfD, sondern mitten durch die CDU verlaufen. Während die ostdeutschen Landesverbände der Union aus Gründen des politischen Überlebens eine Annäherung an die AfD erzwingen müssten, werde der westdeutsche Flügel weiterhin mit den Grünen liebäugeln.
Fazit: Die AfD schaltet in den absoluten Angriffsmodus. Mit einer Mischung aus apokalyptischen Wirtschaftsszenarien, radikaler Ablehnung der westlichen Bündnispolitik und gezielten Spaltungsversuchen in Richtung der CDU positioniert sich die Parteispitze hochgradig polarisierend für die heiße Phase der bevorstehenden Wahlen.



