Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat seine für Anfang nächster Woche geplante China-Reise kurzfristig abgesagt. Die offizielle Begründung lautet, dass es Schwierigkeiten bei der Terminvereinbarung mit chinesischen Gesprächspartnern gab, da außer einem Treffen mit seinem Amtskollegen Wang Yi keine weiteren Termine bestätigt wurden. Dies sorgt für Spekulationen, dass die chinesische Seite kein großes Interesse an einem Treffen mit dem deutschen Außenminister zeigt.
Die Absage wird als bedauerlich bezeichnet, da Deutschland weiterhin an einer Zusammenarbeit mit China interessiert ist, insbesondere im Hinblick auf Handelsthemen und den Einfluss Chinas auf den russischen Krieg gegen die Ukraine. Wadephul wollte bei der Reise auch kritische Themen wie Pekings Unterstützung Russlands ansprechen, sowie eine Überwindung bestehender Handelsbeschränkungen diskutieren.
China zeigt Zurückhaltung bei Treffen mit Wadephul
Außenminister Wadephul sagt China-Reise ab, weil ihn keiner treffen will
Die chinesische Seite hat offenbar nur einen einzigen Termin für Wadephul bestätigt, was ungewöhnlich wenig für einen Außenministerbesuch ist. Offiziell heißt es, es gebe Schwierigkeiten bei der Koordination weiterer Gespräche. Diese Zurückhaltung wird von deutschen Beobachtern als Signal gewertet, dass China nicht gewillt ist, dem deutschen Außenminister umfangreiche Gespräche zu ermöglichen.

Wadephul selbst hatte zuvor China für sein „zunehmend aggressives Verhalten“ in der Region Asien-Pazifik kritisiert und den Druck Pekings auf Taiwan sowie die Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg angeprangert. Dies dürfte die Beziehungen zusätzlich belastet haben und könnte ein Grund für die zurückhaltende Haltung Chinas sein.
Wadephul verschiebt China-Reise: Diplomatische Spannungen zwischen Berlin und Peking
Ein ungewöhnlicher Vorgang sorgte im Oktober 2025 für Aufsehen in der deutschen Außenpolitik: Bundesaußenminister Johann Wadephul verschob kurzfristig seine geplante China-Reise. Peking hatte offenbar nur ein Treffen mit Außenminister Wang Yi bestätigt. Weitere Gesprächstermine kamen nicht zustande. Die Absage offenbarte Spannungen zwischen Berlin und Peking – insbesondere wegen Handelsbeschränkungen, Taiwan und Chinas Rolle im Ukraine-Krieg.
Nur ein bestätigter Termin: Wadephul verschiebt seinen Besuch
Eigentlich sollte Johann Wadephul Ende Oktober 2025 zu seinem ersten offiziellen Besuch als Außenminister nach China reisen. Geplant waren Gespräche über wirtschaftliche Zusammenarbeit, internationale Sicherheit und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Doch am 24. Oktober teilte das Auswärtige Amt mit, dass die Reise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werde. Als Begründung nannte eine Sprecherin Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Gesprächsterminen. Die chinesische Seite habe außer einem Treffen zwischen Wadephul und seinem Amtskollegen Wang Yi keine ausreichenden weiteren Termine bestätigt.
Für einen Außenministerbesuch ist ein derart eingeschränktes Gesprächsprogramm ungewöhnlich. Entsprechend wurde die Entscheidung als diplomatisches Signal interpretiert.
Die Bundesregierung betonte allerdings, dass sie weiterhin an einem Austausch mit China interessiert sei. Die Reise sei nicht endgültig abgesagt, sondern lediglich verschoben worden.
Warum Peking auf Distanz ging: Taiwan und die Kritik an Russland
Die Terminprobleme traten vor dem Hintergrund zunehmender politischer Spannungen auf. Wadephul hatte sich wiederholt kritisch über Chinas Außenpolitik geäußert. Besonders die Situation rund um Taiwan und Pekings Verhältnis zu Moskau standen dabei im Mittelpunkt.

Der deutsche Außenminister kritisierte das aus seiner Sicht zunehmend aggressive Vorgehen Chinas im Indopazifik und warnte vor einer einseitigen Veränderung des Status quo in der Taiwanstraße. Auch die Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine wollte er bei seinem Besuch ansprechen.
Peking reagierte seinerseits mit Kritik an der deutschen Position zur Taiwan-Frage. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums warf Berlin vor, mit seinen Äußerungen Aktivitäten zugunsten einer Unabhängigkeit Taiwans zu unterstützen. China forderte Deutschland auf, das Ein-China-Prinzip zu respektieren.
Ob diese politischen Differenzen unmittelbar für die eingeschränkte Terminplanung verantwortlich waren, wurde von der chinesischen Seite nicht offiziell bestätigt. Allerdings sahen mehrere Beobachter einen Zusammenhang zwischen den kritischen Äußerungen Wadephuls und der diplomatischen Zurückhaltung Pekings.
Handelskonflikt verschärft die Beziehungen
Neben den sicherheitspolitischen Differenzen spielte auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Besonders die chinesischen Exportbeschränkungen für seltene Erden und Halbleiter bereiteten der deutschen Industrie Sorgen.
Seltene Erden sind für zahlreiche Schlüsseltechnologien unverzichtbar. Sie werden unter anderem für Elektromotoren, Windkraftanlagen, Sensoren und andere elektronische Komponenten benötigt. Einschränkungen bei der Versorgung können deshalb erhebliche Auswirkungen auf deutsche Unternehmen und industrielle Lieferketten haben.
Wadephul wollte bei seinem Besuch auf eine Lockerung der Handelsbeschränkungen drängen und zugleich Möglichkeiten für eine breitere wirtschaftliche Zusammenarbeit ausloten.
Für Deutschland ist China ein bedeutender Handelspartner. Gleichzeitig bemüht sich die Bundesregierung darum, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren und Lieferketten breiter aufzustellen. Diese Strategie wird häufig als „De-Risking“ bezeichnet.
Der Konflikt verdeutlicht das schwierige Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Abhängigkeit und politischen Interessen: Berlin möchte mit Peking kooperieren, zugleich aber bei Sicherheitsfragen und Handelspraktiken eine deutlichere Haltung vertreten.
Telefonat mit Wang Yi und neue Reise im Dezember
Die Verschiebung bedeutete jedoch keinen vollständigen Abbruch der diplomatischen Kontakte. Am 3. November 2025 telefonierten Wadephul und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi miteinander. Nach Angaben des Auswärtigen Amts verlief das Gespräch konstruktiv. Beide Seiten vereinbarten, den Austausch zu außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischen Fragen fortzusetzen.
Anfang Dezember wurde der Besuch schließlich nachgeholt. Am 7. Dezember 2025 reiste Wadephul nach Peking. Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit Wang Yi und dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao. Anschließend führte ihn die Reise in die Wirtschaftsmetropole Guangzhou.
Damit wurde deutlich, dass die diplomatischen Beziehungen trotz der vorangegangenen Irritationen fortgesetzt wurden. Die offenen Konfliktpunkte – insbesondere Handel, Taiwan und die Rolle Chinas im Ukraine-Krieg – blieben jedoch bestehen.
Fazit: Deutschland und China zwischen Kooperation und Konfrontation
Die kurzfristige Verschiebung der China-Reise im Oktober 2025 war mehr als ein gewöhnliches Terminproblem. Sie machte sichtbar, wie stark wirtschaftliche Interessen und geopolitische Konflikte das Verhältnis zwischen Berlin und Peking beeinflussen.
Wadephul wollte kritische Themen offen ansprechen, während China auf seine eigenen politischen Interessen und Positionen verwies. Trotz der diplomatischen Verstimmung blieb beiden Seiten klar, dass eine Zusammenarbeit in Handel, Technologie und internationalen Sicherheitsfragen weiterhin wichtig ist.
Der spätere Besuch im Dezember zeigte, dass Gesprächskanäle offengehalten werden konnten. Die grundlegenden Differenzen sind damit allerdings nicht verschwunden. Für die deutsche Außenpolitik bleibt die Herausforderung bestehen, wirtschaftliche Partnerschaft und politische Interessen miteinander in Einklang zu bringen.


