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Verbände-Beben! Bäcker und Bauern reißen AfD-Brandmauer nieder.TA

# AfD und die Brandmauer: Familienunternehmer spalten die deutsche Wirtschaft – Ostermann gerät unter Druck

**Ein Riss geht durch die deutsche Wirtschaft: Als der Verband „Die Familienunternehmer“ seinen bisherigen Umgang mit der AfD änderte, löste das eine bundesweite Debatte aus. Präsidentin Marie-Christine Ostermann wollte den direkten Dialog mit der Partei ermöglichen. Doch während einige Unternehmer den Schritt unterstützten, kündigten bekannte Unternehmen ihre Mitgliedschaft. Der Konflikt zeigte, wie umstritten die Brandmauer zur AfD inzwischen auch in der Wirtschaft ist.**

Die Familienunternehmer öffnen sich für Gespräche mit der AfD

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Im November 2025 sorgte der Wirtschaftsverband „Die Familienunternehmer“ mit einer überraschenden Entscheidung für Schlagzeilen. Der Verband wollte sich auf Bundesebene nicht länger grundsätzlich Gesprächen mit AfD-Politikern verschließen. Damit wurde eine bisherige Praxis verändert, nach der Vertreter der Partei nicht zu bestimmten Veranstaltungen eingeladen worden waren.

Präsidentin Marie-Christine Ostermann verteidigte den neuen Kurs. Ihrer Auffassung nach hatte die bisherige Strategie der politischen Ausgrenzung nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Statt die AfD vollständig zu isolieren, müsse man sich mit ihren politischen Positionen direkt auseinandersetzen.

Ostermann argumentierte, dass sich die Widersprüche und Schwächen des AfD-Programms gerade im persönlichen Austausch offenlegen ließen. Gespräche bedeuteten schließlich nicht automatisch Zustimmung oder politische Zusammenarbeit.

Der Verband vertritt nach eigenen Angaben rund 6.500 Familienunternehmer. Seine Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen. Entsprechend weitreichend war die Debatte über die Frage, ob die neue Position tatsächlich die Interessen der gesamten Mitgliedschaft widerspiegelte.

Quelle: [Deutschlandfunk – Familienunternehmer öffnen sich für Gespräche mit der AfD](https://www.deutschlandfunk.de/familienunternehmer-oeffnen-sich-fuer-gespraeche-mit-der-afd-100.html)

## Rossmann und Vorwerk ziehen Konsequenzen

Die Reaktionen aus der Wirtschaft ließen nicht lange auf sich warten. Mehrere bekannte Unternehmen kritisierten die Entscheidung und kündigten ihren Austritt aus dem Verband an.

Zu den prominentesten Beispielen gehörten die Drogeriemarktkette Rossmann, der Haushaltsgerätehersteller Vorwerk und das Getränkeunternehmen Fritz-Kola. Auch weitere Mitgliedsunternehmen äußerten Bedenken oder prüften ihre weitere Zugehörigkeit.

Besonders deutlich wurde damit, dass die Diskussion nicht nur eine politische Grundsatzfrage war. Für Unternehmen spielen auch ihre Markenidentität, ihre gesellschaftliche Verantwortung und die Erwartungen von Beschäftigten, Kunden und Geschäftspartnern eine Rolle.

Der Fall machte zugleich sichtbar, dass ein Wirtschaftsverband mit Tausenden Mitgliedern nicht automatisch eine einheitliche politische Haltung vertreten kann. Während einige Unternehmer den Dialog mit der AfD als notwendigen Bestandteil demokratischer Auseinandersetzung betrachteten, sahen andere darin eine problematische Annäherung an eine Partei, deren Positionen sie mit ihren Unternehmenswerten nicht vereinbaren konnten.

Quelle: [tagesschau.de – Wie hält es die Wirtschaft mit der AfD?](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/afd-wirtschaft-102.html)

## CDU, SPD und Grüne reagieren auf den Kurswechsel

Auch in der Politik löste die Entscheidung heftige Reaktionen aus. Vertreter der Grünen kritisierten die Öffnung des Verbands und warnten davor, der AfD durch gemeinsame Veranstaltungen zusätzliche gesellschaftliche Normalität zu verschaffen.

Aus der CDU und SPD kamen ebenfalls kritische Stimmen. Gitta Connemann, Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, warnte vor den wirtschaftlichen Folgen der AfD-Programmatik. Insbesondere eine nationalistische Ausrichtung der Wirtschaftspolitik könne aus ihrer Sicht den deutschen Außenhandel, internationale Lieferketten und Arbeitsplätze gefährden.

Andere Stimmen betonten dagegen, dass eine demokratische Auseinandersetzung auch den direkten Austausch mit politischen Gegnern einschließen müsse. Die zentrale Streitfrage lautete somit: Kann man eine Partei durch offene Diskussion inhaltlich stellen – oder trägt bereits die Einladung zu Veranstaltungen zu ihrer gesellschaftlichen Normalisierung bei?

Eine ähnliche Debatte entwickelte sich innerhalb der Wirtschaft. Die Stiftung Familienunternehmen und Politik hielt an ihrer deutlichen Abgrenzung fest. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wollte weiterhin auf Distanz zur AfD bleiben.

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## Der Rückzieher im Dezember 2025: Ostermann korrigiert die Entscheidung

Die Auseinandersetzung blieb nicht ohne Folgen. Nach der öffentlichen Kritik und den Austritten mehrerer Unternehmen korrigierte der Verband am 1. Dezember 2025 seinen Kurs.

Marie-Christine Ostermann erklärte nach internen Beratungen, dass die Einladung von AfD-Abgeordneten zu einem Parlamentarischen Abend ein Fehler gewesen sei. Die öffentliche Wirkung habe nicht den ursprünglichen Absichten des Verbands entsprochen.

Der Verband habe die AfD-Vertreter einladen wollen, um ihnen die wirtschaftspolitischen Positionen der Familienunternehmer entgegenzuhalten. Stattdessen sei der Eindruck entstanden, die Organisation wolle die Partei stärken. Dies sei ausdrücklich nicht beabsichtigt gewesen.

Ostermann kündigte an, gemeinsam mit den Mitgliedern nach anderen Wegen zu suchen, um sich kritisch mit der AfD auseinanderzusetzen. Gleichzeitig distanzierte sich der Verband von Extremisten und betonte, sich nicht politisch vereinnahmen lassen zu wollen.

Die Kurskorrektur wurde von Vertretern der CDU und SPD begrüßt. Sie zeigte, dass die öffentliche Reaktion und die Interessen der Mitgliedsunternehmen erheblichen Einfluss auf die strategischen Entscheidungen eines Wirtschaftsverbands haben können.

Quellen: [tagesschau.de – Familienunternehmer ändern Umgang mit der AfD](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/verband-familienunternehmer-afd-100.html) | [MDR – Verband macht Rückzieher beim Umgang mit der AfD](https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/familienunternehmer-kritik-afd-rueckzieher-fehler-gropp-maier-100.html)

## Brandmauer in der Wirtschaft: Dialog oder klare Abgrenzung?

Der Streit um die Familienunternehmer wirft eine grundsätzliche Frage auf, die weit über einen einzelnen Verband hinausgeht. Wie sollen Unternehmen und Wirtschaftsorganisationen mit einer Partei umgehen, die in Teilen der Wirtschaft auf Zustimmung stößt, deren politische Positionen aber von zahlreichen Verbänden und Unternehmen abgelehnt werden?

Befürworter direkter Gespräche sehen darin eine Möglichkeit, politische Forderungen kritisch zu hinterfragen und Widersprüche offenzulegen. Kritiker befürchten hingegen, dass solche Begegnungen der AfD zusätzliche Legitimität verleihen und ihre gesellschaftliche Akzeptanz erhöhen könnten.

Dabei müssen zwei Dinge voneinander unterschieden werden: Der sachliche Dialog über politische Inhalte ist nicht automatisch mit einer Zusammenarbeit gleichzusetzen. Umgekehrt bedeutet ein Gespräch nicht, dass die damit verbundene öffentliche Wirkung bedeutungslos wäre.

## Fazit: Die AfD-Debatte spaltet die deutsche Wirtschaft

Der Streit um die Brandmauer zur AfD machte deutlich, wie unterschiedlich Unternehmen und Wirtschaftsverbände die politische Verantwortung der Wirtschaft interpretieren. Während Marie-Christine Ostermann zunächst auf direkten Dialog setzte, führte der öffentliche Widerstand zu einer Kurskorrektur.

Der Fall zeigt zugleich, dass die wirtschaftliche Interessenvertretung nicht losgelöst von gesellschaftlichen und politischen Fragen betrachtet werden kann. Unternehmen müssen nicht nur wirtschaftliche Interessen vertreten, sondern sich auch mit den Folgen ihrer öffentlichen Positionierung auseinandersetzen.

Die grundsätzliche Debatte bleibt bestehen: Wie viel Dialog ist notwendig, um politische Positionen kritisch zu prüfen – und wo beginnt eine Annäherung, die Unternehmen und Verbände nicht mehr mit ihren eigenen Werten vereinbaren können?

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