In einer neuen Umfrage zur Bundestagswahl kommt die AfD auf 28 Prozent. Das ist der höchste Wert, den die Partei in einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos jemals erreicht hat. Die SPD liegt hinter den Grünen und gleichauf mit der Linkspartei.

In einer neuen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zur Bundestagswahl kommt die AfD erstmals auf 28 Prozent. Damit erreicht sie den höchsten bei Ipsos jemals gemessenen Wert. Die Unionsparteien kommen lediglich auf 22 Prozent und erreichen den niedrigsten Wert seit Januar 2022. Bei der vorherigen Erhebung im Juni erreichte die AfD noch 27 Prozent, die Union 23 Prozent. Erstmals liegt die AfD damit bei Ipsos mindestens sechs Prozentpunkte vor der Union.
Bis auf die Linkspartei, die um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent angewachsen ist, blieben die Werte der übrigen relevanten Parteien gleich. Die Grünen bleiben unverändert bei 14 Prozent, die SPD bei 13 Prozent, die FDP bei vier Prozent und das BSW bei drei Prozent. Die Befragung wurde vom 4. bis 6. Juli durchgeführt.
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Überträgt man diese Werte auf eine hypothetische Sitzverteilung im Bundestag, wären weiterhin die gleichen Parteien wie bisher vertreten: CDU/CSU, AfD, SPD, Grüne und Linke. FDP und BSW würden voraussichtlich an der Fünfprozenthürde scheitern.
Bei 630 Sitzen käme die AfD rechnerisch auf etwa 196 Mandate, die Union auf 154, die Grünen auf 98 sowie SPD und Linke auf jeweils 91. Eine Mehrheit läge bei 316 Sitzen. Unter Aufrechterhaltung der Brandmauer zur AfD wäre eine Mehrheit der übrigen Parteien nur noch im Rahmen eines Dreierbündnisses möglich. Die wahrscheinlichste Konstellation wäre wohl eine Koalition aus Union, Grünen und SPD.
Soweit es nicht zu vorgezogenen Neuwahlen kommt, findet die nächste Bundestagswahl erst im März 2029 statt. Da die schwarz-rote Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz jedoch in einer dauerhaften Reputationskrise steckt und darüber hinaus stark zerstritten ist, ist nicht auszuschließen, dass es womöglich bereits im nächsten Jahr zu Neuwahlen kommt.


